Fütterung


Diverse Faktoren-Erkrankungen sind durch Defizite im Zeitraum 3 Wochen vor bis 3 Wochen nach der Geburt bedingt. Aber auch schon zu Ende der Laktation werden die Weichen in Bezug auf Gesundheit und Fruchtbarkeit nach der Geburt gestellt.
Bei der Ketose der Milchkuh handelt es sich um eine Störung des Kohlenhydrat- und Fettstoffwechsels. Eine negative Energiebilanz ist die auslösende Ursache für diese Erkrankung, die im allgemeinen 14 - 28 Tage nach der letzten Geburt auftritt.

Fütterung Rinder Mit Einsetzen der Milchbildung steigt die Energieabgabe über die Milch schneller als die Energieaufnahme über das Futter. Die Milchleistung erreicht ca. 4-7 Wochen nach der Geburt ihr Maximum, um dann langsam abzufallen. Die Futteraufnahmekapazität ist ohne ausreichende Vorbereitung hingegen in der 8.-11. Woche am höchsten. Daraus ergibt sich eine Unterversorgung mit Energie in den ersten 2-3 Monaten.

Zur Deckung des Energie-Defizits baut das Tier die Fettdepots ab. Die Fettsäuren werden in sogenannte Ketonkörper verwandelt (daher der Name Ketose). Zu den Ketonkörpern gehört auch das Aceton, das über die Lunge abgeatmet wird und einen charakteristischen Geruch hat.

In leichten Fällen verläuft die Ketose ohne sichtbare Symptome (subklinische Ketose), in schwereren Fällen sind ein Abfall der Milchleistung, ein Rückgang des Futterverzehrs mit Verdauungsstörungen, mit Apathie und in seltenen Fällen auch mit nervösen Symptomen festzustellen (klinische Ketose).

Eng verbunden mit der Ketose ist das sogenannte Fettmobilisationssyndrom, auch als Fettleber bezeichnet. Ursache ist die stark vermehrte Fettsäurefreisetzung aus den Fettdepots und deren Einlagerung in der Leber. Fette Tiere in vorgeburtlicher "Mastkondition" neigen besonders zu dieser Form der Erkrankung.

Futtermittel-Konzentrate sollten möglichst in kleinen Portionen oder in einer Mischration gegeben werden. Die Aufnahme von Strukturfutter sollte während des gesamten Tages gewährleistet sein.
Ein Großteil der Ration sollte aus frischem oder konserviertem Grundfutter bestehen, so dass aus dieser Sicht eine gute Pansenverdauung gewährleistet sein sollte. Bei diesen Futtermitteln ist besonders auf die Qualität zu achten, damit ausreichende Energie- und Proteindichten im Grundfutter enthalten sind. Abrupte Futterwechsel sind zu vermeiden. Für Ketose besteht auch eine vererbliche Basis, so dass auch bei der Selektion auf potentiell anfällige Tiere geachtet werden kann.
Fütterung Rinder

Die therapeutischen Möglichkeiten, die mit konventionellen Pharmaka wie auch mit Homöopathika gegeben sind, lassen sich nur dann heilend einsetzen, wenn nicht eine ständige Überbeanspruchung des Tieres durch unausgewogene Fütterung stattfindet. Daher muss zusammen mit der eingeleiteten Therapie eine Futterumstellung erfolgen.

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